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Foto: Expedition Grundeinkommen – die Preisträger*innen des Publikumspreises vor dem Deutschen Theater Berlin.

Am vergangenen Donnerstagabend stand das Deutsche Theater Berlin ganz im Zeichen der Ehrung von bürgerschaftlichem Einsatz: dem Deutschen Engagementpreis 2021. Der hoch dotierte Dachpreis für freiwilliges Engagement geht an sieben Preisträger*innen in Bayern, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt – verbunden mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 40.000 EUR.

2009 ins Leben gerufen, ist am 2. Dezember im Deutschen Theater Berlin der Deutsche Engagementpreis bereits zum 13. Mal verliehen worden. Als Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland zeichnet er nicht nur freiwilliges Engagement aus, sondern auch die Förderung von solchem Einsatz durch Wettbewerbe und Preisverleihungen.

Voraussetzung für die Nominierung ist, dass Einzelpersonen/Gruppen/Vereine/Initiativen/Unternehmen für ihren Einsatz bereits einen Preis gewonnen haben und vom jeweiligen Preisrichter für den Deutschen Engagementpreis vorgeschlagen werden.

Durch den Abend führte die Moderatorin Jana Pareigis (u. a. Heute-Nachrichten im ZDF), für die musikalische Umrahmung sorgte die Band Agneta Killar. Eine hochkarätig besetzte Jury aus den Bereichen Wissenschaft und Gemeinnützigkeit hat bei 403 Nominierten in sechs Kategorien über mit je 5.000 EUR dotierte Preise entschieden. Prominente wie die geschäftsführende Bildungsministerin Christine Lambrecht hielten die Laudatio.

Fachjury und Publikumsabstimmung – sieben Preise im Gesamtwert von 40.000 EUR

In der Kategorie Demokratie stärken ging der Preis an Zivilcourage für ALLE e. V. aus dem bayerischen Brunnthal. Dieser Verein setzt sich aktiv für ein diskriminierungsfreies und gewaltfreies Miteinander ein und bietet zielgruppenspezifische Trainings an, um in Notsituationen kompetent zu handeln. Auslöser für die Gründung war der gewaltsame Tod von Dominik Brunner, als er an einem Münchner S-Bahnhof schlichtend in eine gewalttätige Auseinandersetzung eingriff.

AMSOC e. V. erhielt den Preis in der Kategorie Leben bewahren. Die Berliner Initiative qualifiziert, vermittelt und begleitet Pat*innen für Kinder von psychisch erkrankten Eltern. Und unterstützt damit eine gesunde Entwicklung der betroffenen Kinder. Das Modell dient mittlerweile als Vorbild und Orientierung für ähnliche Projekte deutschlandweit.

Nach Halle in Sachsen-Anhalt ging der Preis in der Kategorie Grenzen überwinden: ans Hip-Hop-Projekt Breathe in – Break out. Dieses setzt sich mit Tanz- und Musikkultur gegen Sexismus, Rassismus und Gewalt ein und bietet Jugendlichen aus sozial benachteiligten Vierteln einen kreativen Raum für freie Ausdrucksformen ohne Ausgrenzung.

Der Förderverein Romanusbad Siebenlehn e. V. im sächsischen Siebenlehn erhielt den Preis in der Kategorie Generationen verbinden. Dieser Verein bewahrt und belebt das örtliche historische Freibad. Generationenübergreifende Angebote werden zum Standortfaktor und wirken gegen Abwanderung aus der ländlichen Region.

Vorbilder – Future of Ghana Germany e. V. aus Hamburg wurde in der Kategorie Chancen schaffen prämiert. Der Verein wendet sich an schwarze Jugendliche und fördert durch Patenschaften und rassismussensible Bestärkung gezielt Talente und Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen.

Den Sonderpreis für Engagement in der Coronapandemie erhielt Lern-Fair von Corona School e. V. im nordrhein-westfälischen Bonn. Der Verein hat digitale, kostenfreie Bildungs- und Förderangebote für bedürftige Schüler*innen entwickelt und setzt sich u. a. mit 1:1-Lernunterstützung und Gruppenkursen für mehr Bildungsgerechtigkeit ein.

Eine begehrte Trophäe: Deutscher Engagementpreis 2021. – Alle Fotos: Bundesverband Deutscher Stiftungen e. V./Deutscher Engagementpreis

Auch ein Publikumspreis (mit 10.000 EUR dotiert) wurde verliehen, für den über 114.000 Teilnehmer*innen an einer Online-Befragung abgestimmt hatten. Die meisten Stimmen gingen an Expedition Grundeinkommen aus Berlin. Diese Initiative plant Modellversuche zum bedingungslosen Grundeinkommen, an denen sich deutschlandweit Städte und Gemeinden beteiligen können. Das Ziel: Mindestens 10.000 Menschen erhalten drei Jahre lang ein bedingungsloses Grundeinkommen. Eine wissenschaftliche Begleitstudie analysiert die Wirkungen und liefert so neue Erkenntnisse zu dieser Zukunftsidee.

 

Georg Hiebl mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Engagementpreis.

Georg Hiebl

Georg Hiebl

Georg Hiebl ist ein echtes Münchner Kindl und studierter Sozialwissenschaftler. Zuerst im Medienbereich tätig, hat es ihn durch Zufall für fast zwei Jahrzehnte in die Zahlungsdienstleistungsbranche verschlagen. Doch die Lust am Schreiben ließ ihn nie los. Nun kehrt er zu seinen kreativen Wurzeln zurück und schließt sein Journalismus-Fernstudium an der Freien Journalistenschule Berlin ab. Seine thematische Bandbreite: Musik, Kultur, Essen, Gesundheit, NGOs, Nachhaltigkeit, Minimalismus und vieles mehr. Sein Augenmerk: gute Nachrichten und faire Berichterstattung.

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